“Konstellationen” (die Boxer) von Susanne Hesch

Portrait Susanne Hesch, Braunschweig
Fotographie © Yvonne Salzmann 2021

Zwei menschliche Figuren in Konfrontation – ein Kaspertheater, ein Schattentheater, eine Bühne des Lebens? Zwei Körper in der Choreographie eines Kampfes.
Fünf der für diese Parkgalerie ausgewählten Bilder basieren auf den sehr vereinfachten, fast schattenhaften Zeichnungen von Boxern.
Es geht um ein Verhältnis von Mensch zu Mensch, um den Körper mit seinen Bewegungen als quasi mechanischen Körper aus Aktion und Reaktion… Wenn ich dieses mache, machst du das… Fokussierung, Bewegungsimpuls, Regeln, Zeit spielen eine Rolle. Was ist Kampf, was Sport, was Spiel? Die Abläufe erscheinen wie eine Choreografie, die Körper wie ein Ornament. Es ergeben sich immer wieder neue Konstellationen aus 6 Punkten (jeweils 2 Köpfe und 4 Fäuste).
Nur durch den kleinen Moment des Durchbrechens dieser Abläufe – weil eine oder einer von beiden geschickter oder schneller ist oder überraschender – entscheidet sich der Kampf.
Das sechste Bild ist inspiriert von einem Film über Kindheit, in dem ein
Junge durch Wiesen und Felder läuft. Landschaft und Natur werden zur Bühne seiner kindlichen Fantasiespiele. Schließlich verfällt er in einen Ringkampf mit einem Busch.

5 Boxer-Zeichnungen, 2020, im Original 29,7 x 40 cm, Bleistift auf Papier
Der große Wurf (Ausschnitt), 2021, im Original 30 x 50 cm, Acryl auf Holz

“Es ist doch paradox, dass der größte Teil der Künstler*innen genau in dem Moment Geld mit ihrer Arbeit verdient, in dem diese Arbeit „verschwindet“. Wenn sie durch Verkauf in Archiven, Sammlungen, privaten Räumen der öffentlichen Zugänglichkeit entzogen wird.
Bildende Künstler*innen betreiben eine Art Grundlagenforschung. Sie machen sichtbar, visualisieren komplexe Zusammenhänge, entwickeln Modelle, beschreiben das So-Sein der Welt, den Zustand der Menschen. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden in Form von Ausstellungen präsentiert und verfügbar gemacht. Es funktioniert so ähnlich wie ein Konzert, das die Arbeit der Musiker*innen präsentiert. An dieser Stelle muss die künstlerische Arbeit bezahlt werden, nicht erst durch den Verkauf von Werken.
Dafür sind Ausstellungshonorare wichtig und darüberhinaus viel mehr Projekte, die die Kunst für die Gesellschaft besser verfügbar machen.”

© VG Bild-Kunst, Bonn 2021
www.susannehesch.de www.instagram.com/susannehesch

Standort Helmstedt

Standort Lucklum

Standort Bad Harzburg

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“Collage” von Rosi Marx

Fotografie © Yvonne Salzmann, 2021

Ein wichtiger Bestandteil meines künstlerischen Schaffens ist das Sammeln und Archivieren div. Arbeitsmaterialien. Dabei entdecke ich immer noch interessante brauchbare Dinge, die mich zu neuen Werken inspirieren. Für meine Collagen verwende ich Papiere unterschiedlichster Art. Postkarten, Kunstpostkarten, Texte, Zeitungsartikel. Eine weitere wichtige Inspirationsquelle sind Fotografien. Porträts, Gruppenfotos, Architektur – und Landschaftsaufnahmen. Plakatreste von den Werbeflächen im Stadtbereich finden sich in vielen großformatigen
Arbeiten wieder. Die Bilderflut, mit der wir ständig konfrontiert werden,
ist hier ein künstlerischer Ansatz, ein unerschöpflicher Fundus. Ich zerschneide Geschichte, Ereignisse und Aussagen. Addiere oder reduziere, übermale, verfremde, vernähe, vertausche. Setze unterschiedliche wesensfremde Bildelemente wieder zusammen. Teils spontan, flüchtig, zufällig. Das Ergebnis dieses Arbeitsprozesses kann eine politische, poetische oder völlig absurde Aussage sein. Text- und Bildfragmente, die auf den ersten Blick banal erscheinen, aber durch
einen neuen Kontext und durch die Darstellungsform eine eigene Ästhetik und Präsenz entwickeln, schaffen Bildwelten, die neue Assoziationsräume öffnen.

Kunst bedeutet Freiheit, Kommunikation und Innovation. Was wären wir ohne sie? Nach dem Stillstand, der Distanz, der Isolation und der Ungewissheit hoffe ich auf ein entspanntes solidarisches Miteinander, neue künstlerische Projekte, wieder ein reges kulturelles Leben. Auf mehr Wertschätzung und Anerkennung künstlerischer Arbeit. Eine gerechte Vergütung von Leistungen der Kunst- und Kulturschaffenden, die jetzt extrem von der Pandemie betroffenen sind.

Mail: rosi.marx(a)wobline.de
© VG Bild-Kunst, Bonn 2021
www.rosimarx.de

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“Wild World” von Güde Renken

Portrait Güde Renken
Fotografie © Yvonne Salzmann, 2021 (Aufbau Güde Renken Helmstedt)

Für diese Ausstellung hat die Künstlerin Motive aus unterschiedlichen Serien neu aufgegriffen und zusammengestellt. Im Original sind es kleinformatige Zeichnungen auf Papier. (Farbstift/Aquarellfarbe)
Güde Renken nähert sich ihren Motiven auf zeichnerische und malerische Weise. In ihren Arbeiten finden sich großformatige, wie auch kleinformatige Werke.
Güde Renken, geboren 1972 in Flensburg, lebt und arbeitet in
Braunschweig.
© VG Bild-Kunst, Bonn 2021
Kontakt unter: www.güderenken.de
Mail: g.renken(a)gmx.de

Gedicht von Lisa Grolig
Meine Haare werden Krone
Meine Hände werden Wind
Meine Füße erden mich
Alles was ich brauche trag ich
Alles was ich bin trägt mich
Meinen Blick in Richtung Sonne
Mein Gesicht in Richtung Zeit
Meine Schritte Richtung Freiheit
Alles was ich kann passiert
Alles was passiert tut gut
Meine Ohren voller Klänge
Meine Nase voller Welt
Meine Stirn voller Tropfen
Alles was ich fühle bin ich
Alles was ich sehe stimmt
Eine Reise ohne
Ende

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Standort Braunschweig

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