“Gletscher” von Franziska Rutz

Portrait Franziska Rutz
Fotografie © Yvonne Salzmann 2021

Was bleibt ist nur die Illusion eines Gletschers
Es sind meine Gefühle und Gedanken zu den Orten und zu den Menschen, welche ich darstellen will, ich mache keine dokumentarische Fotografie. Ein Stilmittel das sich in meiner Arbeit entwickelt hat ist die digitale Montage und Demontage von fotografischen Motivelementen. Dadurch entstehen neue Bildlandschaften.
Berge sind/waren für mich stets etwas, das immer da ist, unveränderbar,
wunderbar und gewaltig. Demgegenüber verändern wir Menschen uns stets und sind verletzlich. Diese Vorstellung hat sich bei mir grundlegend verändert, mit der Wahrnehmung des jetzigen menschengemachten Klimakrise und der damit verbundenen Gletscherschmelze.
Der Gletscherzyklus „Was bleibt ist nur die Illusion eines Gletschers“ entsteht seit 2012 bis heute. Ich wollte die Schönheit der Gletscher festhalten und frage mich gleichzeitig, ob z.B der Aletschgletscher in 20 Jahren nur noch als Illusion wahrnehmbar ist. Dazu muss man wissen, dass heute an den Felsen noch genau abgelesen werden kann, wie hoch und wie weit im Tal der Gletscher einmal war – und es ist erschreckend, um wie viel er geschrumpft ist, in der Höhe und in der Länge.
Die Menschen versuchen jetzt mit hellen riesigen Tüchern, die sie über das Gletscherende legen, das Abschmelzen des Rhonegletschers etwas aufzuhalten.

Kunst ist auch ein Seismograph für gesellschaftliche Entwicklungen. Dafür bedarf es des Austausches und der gemeinsamen Auseinandersetzung. Ohne vielfältige Resonanzbeziehungen verkümmert gesellschaftliches Leben.
Jeder Künstler jede Künstlerin hat ein Recht auf existenzsichernde Honorare!

© VG Bild-Kunst, Bonn 2021
info(a)franziskarutz.de
www.franziskarutz.de

Umhängen der Bilder von Franziska Rutz Juni/Juli

Besuch in Holzminden

Am 15. Juli 2021 um 16 Uhr ist Franziska Rutz vor Ort und erzählt über ihre Gletscherbilder und wie sich der Klimawandel auf die Gletscher auswirkt.

In Holzminden mussten die Planen jetzt mit dem Hubwagen gehängt werden, damit diese nicht mehr runtergerissen werden können.
Die Umhängung der Bilder gestaltete sich am Dienstag schwieriger als bisher; da die Stahlseilkonstruktion Mitte letzten Monats einen Meter höher gehängt wurde, ist nun ein Hubsteiger erforderlich, um die Planen zu tauschen. Projektleiterin Yvonne Salzmann zeigt sich weiterhin sehr zufrieden: Alle Künstlerinnen erfahren positive Resonanz. Ihnen geht es nicht nur um die Präsentation von Kunst im öffentlichen Raum, sondern auch, um auf die Belange aller Künstler:innen hinzuweisen, die durch die Corona-Krise oft in Existenznot gekommen sind. Salzmann betont den besonderen Ausdruck der Kunst im Park durch die Veränderungen in der Natur. Auch Oliver Fuchs, Vertreter der Hauptförderer Braunschweigische Sparkassenstiftung und Braunschweigische Landessparkasse, ist beeindruckt von der Wirkung der unterschiedlichen Werke und ihrer Wechselwirkung mit der sie umgebenden Landschaft. Ihn begeistert die Idee und die Umsetzung, Kunst im öffentlichen Raum zu präsentieren. Die Fördersumme konnte erfreulicherweise erhöht werden, nachdem vermehrt Schäden an den Planen und den Konstruktionen auftraten, die so nicht eingeplant waren. Heike Leupold vom Kulturamt der Stadt Holzminden bittet die Ausstellungsbesucher, ihre Eindrücke auch schriftlich festzuhalten: Auf der Homepage der Ausstellung unter www.parksidegallery2021.de kann ein Kommentar verfasst werden. Die Künstlerinnen freuen sich über Feedback!
Aus der Presseerklärung von Heike Leupold (Leitung Stadtbücherei Holzminden)